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Kurisumasu – Weihnachten auf Japanisch

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Wir haben uns dieses Jahr dafür entschieden über Weihnachten und den Jahreswechsel nicht nach Deutschland zu fliegen. Nach einem halben Jahr fühlen wir uns gerade erst richtig in der neuen Heimat angekommen und die Feiertage geben uns die Zeit um bei überwiegend schönem Wetter das Land etwas besser kennenzulernen.

Wir tun aber unser bestes um auch in Fernost ein wenig Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen. 

Das ist auch gar nicht so schwierig wie man sich das vielleicht zunächst vorstellt. Denn auch die Japaner haben schon mitbekommen, dass die klassischen deutschen Weihnachtsmärkte eine ganz feine Sache sind. Daher gibt es im Großraum Tokyo genug davon, um an jedem Adventswochenende einen anderen zu besuchen. Wir haben darunter vor allem den Weihnachtsmarkt beim Red Brick Warehouse in Yokohama im Auge.

Das schöne ist, dass diese Weihnachtmärkte meist auch noch begleitet werden von ausgefallener Weihnachtsbeleuchtung ganzer Areale (wie zum Beispiel in Roppongi Hills der Fall). Da macht es gleich doppelt so viel Spaß mit einem Glühwein in der Hand durch die Straßen zu schlendern.

Auch die deutsche Community lässt sich in der Weihnachtszeit nicht lumpen. In der Nähe der deutschen Schule Yokohama gibt es nur für ein Dezember- Wochenende einen kleinen Weihnachtsmarkt, gesponsert von fast allen deutschen Unternehmen, die in der Region ansässig sind. Die deutsche ökumenische Gemeinde lädt ein zum Adventsbasar und Weihnachtslieder singen und nicht zuletzt organisieren auch Michael und ich unser eigenes kleines weihnachtliches Kekse-back und Glühwein-trink Event für unsere Freunde.

Was Weihnachtsdekoration angeht, waren wir auch in Deutschland noch nicht sonderlich üppig ausgestattet, so dass wir nun für das erste gemeinsame Weihnachten fernab von der Familie zumindest etwas Weihnachtsschmuck zugelegt haben. Zugegeben kommt der größtenteils nicht aus dem Erzgebirge sondern von einem großen schwedischen Möbelhaus, dies tut der Weihnachtsstimmung aber zumindest in unseren Augen keinen Abbruch.

Michael hat, weil er nunmal Michael ist, die Weihnachtsstimmung in unserer Wohnung bereits in das Smart Home integriert. Wenn wir also abends nach Hause kommen, geht der Weihnachtsstern an, im Fernseher lodert ein Kaminfeuer und im Hintergrund läuft leise Weihnachtsmusik (so zumindest die Theorie…).

Sogar einen Adventskranz aus echten Tannenzweigen konnten wir mit etwas Glück schon ausfindig machen. Bisher fehlt uns allerdings noch eine Möglichkeit die Kerzen darauf zu befestigen. Hier wird noch etwas Erfindergeist nötig werden.

Apropos Tannenzweig – der Weihnachtsbaum ist ja auch so ein Problem. In einem Land, das eigentlich keine eigene Weihnachtstradition hat, gibt es natürlich auch nicht vor jedem Baumarkt einen Weihnachtsbaumverkauf und natürlich auch keine dedizierte Entsorgung der Bäume. Daher greifen die allermeisten Familien, wenn sie denn einen Baum aufstellen, vernünftigerweise zu einem Plastikbaum. Mit der Vernunft ist das aber nunmal so eine Sache, deshalb stehe ich, während ich diesen Artikel schreibe schon seit kurz nach 9 in einer Schlange vor dem Ikea und warte darauf, dass um 11 der Verkauf der echten Weihnachtsbäume startet. Es handelt sich dabei um heimische Momi-Tannen in einer wohnungskompatiblen große von 100-120cm. Für 3000 Yen (20€) ist das ein fairer Deal. Glücklicherweise bietet Ikea nach Neujahr auch die kostenlose Rückname der Bäume an.

Für unser Weihnachtsfest ist also vorgesorgt, aber was machen eigentlich unsere japanischen Freunde so zu Weihnachten? Die Pärchen reservieren sich ein schickes Restaurant und verbringen einen romantischen Abend, bestaunen vielleicht noch eine der vielen winterlichen Beleuchtungsinstallationen. Die Familien hingegen haben schon vor Wochen ihr Weihnachtsmenü bei Kentucky Fried Chicken reserviert. Kein Witz, für die Glanzleistung frittiertes Hühnchen in den Köpfen der Japan auf ewig mit Weihnachtsessen zu verbinden, wird die Marketingabteilung von KFC wahrscheinlich in die Geschichtsbücher eingehen.

Neben dem Hühnchen darf auch der Christmas Cake nicht fehlen: Eigentlich eine relativ simple Erdbeertorte mit weihnachtlichen Dekorationen. Ab Anfang Dezember kann man diesem omnipräsenten Kuchen ähnlich schwer entkommen, wie den Lebkuchen in deutschen Supermärkten. Sollte sich auch ein Christmas Cake auf unseren Gabentisch verirren, werden wir berichten ob sich der Import dieser Tradition nach Deutschland lohnt.

Einen guten Start in die Adventszeit wünschen euch Karin & Michael.

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